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Raus und noch nicht raus

Im folgenden Monat, September 2024, nachdem ich meine Haupttätigkeit einem Kollegen ordnungsgemäß übergeben hatte, lag mein Hauptaugenmerk darin, einen Schlussstrich zu ziehen.

Ich befreite mich geistig von der alten Arbeit. Es dauerte nur wenige Tage und schon kam eine Nachricht eines jetzt "Ex-Kollegen" per WhatsApp.

Zuerst mal Kontext zu der folgenden Nachricht.

Der besagte Kollege ist plötzlich nicht mehr zu Dienst erschienen (Juni auf Juli). Ich habe versucht ihn telefonisch zu erreichen, seine Freundin per Linkedin zu erreichen, da niemand etwas wusste in der Firma. Im Grunde habe ich mir sorgen gemacht, dabei ist mir die nachfolgende Nachricht per WhatsApp auch tatsächlich rausgerutscht. Gelöscht habe ich diese, als ich erfahren habe, dass er im Krankenhaus liegt. Ursprünglich war meine Intention eine Reaktion zu erreichen, was nicht gelang. Er kam dann Ende Juli wieder ins Büro und seine Reaktion kam Anfang September, richtig zeitnah. 

Wer immer hier etwas nach meinem Austritt behauptet hat, wurde als 100% Wahrheit akzeptiert. Ich war nach der Kündigung Ende August nur am 02.September noch 1x in der Firma, danach nie wieder.

Privat gesprochen habe ich mit dem Kollegen irgendwann Anfang Juli, vor seinem Krankenhausaufenthalt. Was auch immer gesagt haben soll, es dürfte durch die Phase "der stillen Post" gegangen sein und hat dann Wochen später erst eine explosive Wirkung entwickelt, auch wenn ich bis heute nicht weiß, was ich angeblich gesagt haben sollte und wem.

Hi, ich finde es echt scheiße von dir was du für an Scheiß in da Firma wegen Person X und Person Y erzählt und behauptest du den Scheiß von mir.

  • Dir sollte es als erwachsender Mensch bewusst sein, dass wen man privat redet man das nicht in die Firma trägt
  • Man nie im Namen von jemanden spricht ohne da man irgendwas weiß und schon gar nicht herumläuft und Lügen erzählt
  • bevor man Scheiße behauptet man erst Tatsachen klären sollte und keinen Scheiß erzählt

Person Z ist auch richtig sauer weil das ganze was du deppad tust auf sie zurückgefallen ist
Du brauchst dich bei uns definitiv nicht mehr melden. Und schön dass du dich damit brüstest, dass du mir schreibst "Faule Sau" während ich im Krankenhaus liege, aber dann aus schiss die Nachricht löschen kannst. Ich habe echt versucht auf freundschaftlicher Basis aber dein Verhalten macht es echt unmöglich,

Meine Prognose für die Zukunft der Firma war, dass aufgrund des Verlustes des GF, die Muttergesellschafts AG die Firma auflösen oder massiv umstrukturieren wird. Auch wenn der Vorstand genau das Gegenteil ausgesagt hat, Tage nachdem der GF seine Funktionen niedergelegt hat.

Der neue, Interims GF hatte von den Aufgaben und Tätigkeiten der IT 0% Ahnung oder Erfahrung. In meiner Sicht war er nur eine Notlösung, welche aber dazu genutzt wurde, die Firma endlich zu demontieren. Diese Absicht habe ich über Monate hinweg im Hauptgebäude der Firma mehrfach direkt und indirekt vermittelt bekommen.

Jetzt war es endlich soweit, der GF hatte aufgegeben und die Vorstandsebene konnte endlich Macht ausüben. IT hat unabhängig vom Geschäftsfeld Aufgaben und Verpflichtungen und das war dem Vorstand natürlich ein Dorn im Auge, weil dieser nicht mehr uneingeschränkt wirken konnte, egal ob rechtlich oder gesetzlich in Ordnung.

Nach dieser Nachricht wollte ich es endgültig hinter mir lassen. Leider habe ich vergessen und auch die andere Seite, meine Freistellung schriftlich zu bestätigen. Als mir dieser Umstand auffiel schrieb ich meinen ehemaligen Vorgesetzten an, um diese formelle Lücke zu schließen und erhielt vom neuen GF eine sehr überraschende E-Mail-Nachricht.

Mein Vorgesetzter, nicht der GF hat mir die Option, nach der schriftlichen Kündigung, unterbreitet, der Freistellung.

Eine Freistellung kann nur von Seiten der Firma kommen, in der IT ist dies üblich je nachdem, wie tief jemand in das System eingreifen kann und wenn diese Person noch Resturlaub oder Überstunden hat. Ich nahm Anfang September das Angebot an und dachte es sei damit erledigt, habe aber wie bereits erwähnt vergessen mir diese Freistellung schriftlich bestätigen zu lassen.

Anmerkung: hat in all den anderen Firmen bis dato ohne schriftlicher Bestätigung funktioniert!

Deswegen war ich auch nach der Rückgabe meiner Arbeitsmaterialien auch nicht mehr in der Firma.

Es gab keine Freistellung unsererseits. Du hast selbst bestimmt, dass du ab 02.09.24 nicht mehr zum Dienst erscheinen wirst. Person X hat dich noch gebeten, dass du am 02.09.24 die Übergabe an Person Y durchführst, wofür wir dir auch dankbar sind. Nachdem du noch Resturlaub sowie Gutstunden gehabt hattest, haben wir deinem Wunsch entsprochen, dass du ab 03.09.24 nicht mehr zur Arbeit erscheinen musst. Eine Freistellung unsererseits war nie gewünscht und hat uns operativ in den letzten Wochen auch herausgefordert, da wir kurzfristig dein Tätigkeitsgebiet aufteilen mussten.

Diese Nachricht hat mich dann doch nicht mehr wirklich verwundert.

  • Die Freistellung wurde mir vom Vorgesetzten angeboten, ich kann mich nicht freistellen
  • Freistellungen dienen dazu Resturlaub und Überstunden vor Austritt abzubauen, da sonst Auszahlungen notwendig sind
    • Anm.: erhält man Auszahlungen kann das Auswirkungen haben, falls man nicht gleich einen neuen Job findet im Bezug auf AMS Dienstleistungen
  • ich habe die Übergabe durchgeführt, aber ganz so sicher bin ich mir nicht, dass
    • der GF das mitbekommen hat
    • das die Person, der Übergeben wurde, das ernst nahm
  • die Firma hat die Freistellung "meinen Wunsch" zugestimmt, aber auch nicht?
  • die Freistellung war nie gewünscht, warum wurde sie mir dann vorgeschlagen?
  • operativ herausgefordert, die Firma hat jetzt erst bemerkt, wieviel ich tatsächlich gemacht habe?
  • das Tätigkeitsgebiet musste aufgeteilt werden auf wen?
    • den Kollegen, der seit 2 Jahren im Unternehmen ist und nichts arbeitet, aber Geld dafür bekommt?
    • den Kollegen, der das Angebot unterbreitet hat, meine Tätigkeiten zu übernehmen für € 500 Netto mehr Gehalt?
    • den Kollegen, dessen Plan es ist, die kommenden 5 Jahre runterzudrücken, um seine Pension zu erreichen
    • den Kollegen, der eigentlich macht, was er will und Aufgaben nur unter Zwang erfüllt
    • den Kollegen, der sich einen Bandscheibenvorfall geholt hat, beim Heben von einer Palette Getränkedosen
    • den Kollegen, allgemein, die es gewohnt sind 3-4 Tage im Homeoffice zu sitzen und Überstunden zu buchen

Man kann mir wahrscheinlich Einiges vorwerfen, aber ich habe mich um viele Dinge gekümmert, dass sie dafür niemand interessiert hat, dafür kann ich nichts. 

War ich mal für 2 Wochen auf Urlaub, weil kurz vor "Burn Out", dann wurde das minimalste meiner Tätigkeiten gemacht, oder sollte ich sagen, die billigen, einfachen Sachen, die aufwendigen oder körperlichen Tätigkeiten wurden fein säuberlich aufbewahrt und mir am Ende meines Urlaubs unter die Nase gehalten. Mit entsprechender Dringlichkeit.

Im Monat September und November konnte ich erfahren, dass die Firma, 2 Leasing Mitarbeiter "verbraucht" hat. Man hat versucht auf die billigste Art und Weise meinen Tätigkeitsbereich zu füllen und wurde, wie nicht anders zu erwarten enttäuscht.

Das Arbeitsumfeld ist extrem toxisch geworden, im letzten Jahr, jeder für sich und jegliche Arbeit entweder abschieben oder schlampig machen. Nicht zu sprechen von den kranken Gehältern, die manche dort erhielten, für das "bisserl" Arbeit. Einige hatten sogar "Benefits", die nicht mal große Firmen ihren Mitarbeitern einräumen. Kurz hier war eine "Freunderlwirtschaft" am Laufen. Diese hätte ich toleriert, wenn die Leistung der Kollegen entsprechend gewesen wäre, aber man kann nicht alles haben. Ich selbst hatte nur einen "Benefit", aber 2023 wurde ich zum "Handyman" [en] oder "MädchenfürAlles" [de].

Da die Bezahlung auch für mich in Ordnung war, sah ich bis zu einem gewissen Punkt darin kein Problem, erst als die Kollegen erkannten, dass ihre Unfähigkeit keine Konsequenzen für sie selbst hatte, weil ich ja an der Front stand, kippte das System vom Level "geht noch" nach "toxisch".

Im November verschwand die Homepage der Firma.

homepage.png

Jetzt lacht den Besucher eine Fehlermeldung an.

Im August im Zuge meiner Kündigung habe ich meine Ex-Kollegen gewarnt, dass dieser Fall sehr wahrscheinlich eintreten wird. Die Firma wird aufgelöst und die Mitarbeiter werden in den Mutterkonzern überführt. Die IT-Firma hört mit 01.01.2025 auf zu existieren. Offiziell findet im April 2025 die Überführung statt. 

Meine Ex-Kollegen haben mich für diese Prognose beschimpft, denunziert, wo immer es nur gegangen ist. Behauptet ich wäre negativ, ein Pessimist. In einem Punkt haben die Kollegen recht, ich bin ein Pessimist, weil ich mich über positive Dinge dadurch mehr freuen kann, aber das ist ein persönliche Einstellung. Die Anzeichen was mit der Firma passieren wird, waren sehr deutlich und wurden auch offen ausgesprochen. Wenn ich diese an die "Ex-Kollegen" weitergegeben habe, haben sie mich weggewischt.

Im Grunde kann ich die Einstellung nachvollziehen. Personen, die einfach nur bequem sind, mit Minimalismus durchs Leben gehen und damit anscheinend auch erfolgreich sind, wollen Veränderungen nicht hören.

Was zeichnet diese "besonderen" Kollegen aus
  • in der Firma, 2 Jahre mit einem Aufgabengebiet, aber keine Aufträge
  • seit +1 Jahr in der Firma auf einer Position, die keinen Nutzen für die Firma bringt, weil es auch hier keine Aufträge gibt, fordert Extra-Geld wenn Aufgaben zugeteilt werden
  • 3 Kollegen teilen sich den Tätigkeitsbereich Office, den 1-2 Personen locker erfüllen können, Grundwissen für Office-Produkte nicht vorhanden
  • ist für einen Bereich zuständig, kocht dort sein eigenes Süppchen, dokumentiert seine Arbeit in einem Bereich, der niemanden zugänglich ist
  • ist für mehrere Bereiche zuständig und dokumentiert nichts oder sehr wenig
  • ist für vieles Dinge verantwortlich, hat aber keine Befähigung zur Priorisierung oder zeitlichen Organisation, macht daher alle Aufgaben der Reihe nach bzw. nach seinem persönlichen Wohlbefinden
  • eine bestimmte Gruppe, die wiederholt (mehrfach) an Corona erkrankt, wochenlang ausfällt, mehrmals pro Jahr